Ic706mk2g
User Manual: ic706mk2g
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Er hat zu dem bereits auf dem Markt etablier-
ten IC-706MKII noch ein weiteres Band hin-
zubekommen. Außer auf Kurzwelle, 6 m und
2 m kann man jetzt auch noch auf 70 cm fun-
ken.
Wie testen wir was
Die Erklärungen, wie wir messen, und die Kri-
terien für den Praxistest findet man in der
CQ DL 11/98 auf Seite 861 und auch im In-
ternet unter
www.darc.de/cqdl/service
. Eine
Ergänzung/Berichtigung kann in der Ausga-
be 3/99, S. 227, nachgelesen werden.
Zuerst der Praxistest:
Ergonomie des Gerätes
In der Standardeinstellung ist die Abstimm-
geschwindigkeit in CW und SSB bei lang-
samem Drehen des VFO-Knopfs 2 kHz, bei
schnellem Drehen 10 kHz pro Umdrehung.
Die Abstimm-Schrittweite ist einstellbar in
folgenden kHz-Schritten: 0,01 (nur FM und
AM); 0,1; 1; 5; 9 (für MW-Rundfunk); 10;
12,5; 20; 25; und 100 kHz. Daraus ergibt
P1
GERÄTETEST
284 CQ DL 4/99
Der „kleine“ Alleskönner
ICOM IC-706 MK II G
Hans-Hellmuth Cuno, DL2CH;
Ulrich Graf, DK4SX (Messungen)
Matthias Pfeffer, DL2FJ (Praxistest)
Jürgen Sapara, DH9JS (Text)
ICOM IC-706 MK II G
Nachdem der IC-706MKIIG von
Icom seit Ende 1998 angekündigt wird,
konnten wir vom Hersteller eines der ersten Geräte für Praxistest
und Messungen bekommen.
Die Erwartungen an den „Winzling“ waren hoch.
sich je nach Einstellung ein Schrittweite von
200 Hz bis 5 MHz pro Umdrehung.
Die Bedienung ist nach einem Kurzstudium
der Anleitung schnell erlernbar. Es gibt nur
ein kleines Bedienteil, die wenigen Knöpfe
stellen einen Kompromiß dar. Trotzdem fin-
det man sich damit schnell zurecht, und der
IC-706MK IIG ist mit „normalgroßen“ Fin-
gern gut zu bedienen.
Man hätte keine Tasten weglassen können, es
sind bereits so nur die wichtigsten Funktio-
nen direkt zu bedienen. Leider wird die Sen-
deleistung nicht über einen Taster, sondern in
einem Untermenü eingestellt. Das ist um-
ständlich.
Das kleine Display ist sehr detailreich, die An-
zeige ist trotzdem gut lesbar.
Um die Betriebsparameter einstellen zu kön-
nen, griff Icom auf strukturierte Menüs
zurück. Es gibt drei Menügruppen (M, S und
G), jede hat vier Unterebenen M1, M2..., dar-
in haben die Funktionstasten F1, F2 und F3 je-
weils eine andere Belegung. Zusätzlich gibt
ein Quick-Set-Menü für die Grundeinstellun-
gen Q1 bis Q8 (je nach Betriebsart). Das Ini-
tial-Set-Menü für die persönlichen Einstellun-
gen ist nur durch Ausschalten und Einschal-
ten bei gedrückter Lock-Taste erreichbar.
Dies vermeidet ungewollte Veränderungen
dieser Einstellungen. In diesem Menü werden
zum Beispiel Relaisablagen und Quittungs-
töne eingestellt.
Empfindlichkeit
Der Empfang schwacher Signale im 20-m-
Band zeigte keinen Unterschied zum Ver-
gleichsgerät.
NF-Wiedergabequalität
Die Wiedergabe ist mit dem kleinen einge-
bauten Lauptsprecher noch gut, sowohl bei
Funksignalen als auch bei MW- und UKW-
Rundfunk.
Blocking bzw. reziprokes Mischen
Starke CW-Signale in der Nachbarschaft von
schwachen Signalen führen laut Theorie zum
Pulsen des schwachen Signals. Dies konnte
im praktischen Betrieb nicht festgestellt wer-
den.
Intermodulation dritter Ordnung
Im 40-m-Band konnten Phantom-Rundfunk-
signale mit erheblicher Signalstärke (mehrere
dB über S9) gehört werden, die nach Zu-
schalten des Abschwächers fast verschwan-
P5a
P4
P3
P2
Bild S3: Sender-Neben- und Oberwellen Bild S4: Sender-Intermodulation

den, aber immer noch störten. Pfeiftöne im
5-kHz-Abstand („Lattenzaun“) waren deut-
lich zu hören.
Intermodulation zweiter Ordnung
Diese Intermodulationsprodukte von Rund-
funksignalen wurden im oberen Bereich
des 20-m-Bandes an einer FD-4 mit
S5–S7 gehört. Sie verschwanden, nachdem
der Abschwächer eingeschaltet wurde, was
aber die DX-Fähigkeit des Geräts einschränkt.
Paßbandtuning und Notchfilter
Dank der grafischen Anzeige bei IF-Shift
(Pass-Band-Tuning) weiß man genau, in wel-
che Richtung man das Filter verschoben hat
und ob der Narrow-Filter eingeschaltet ist.
Die automatische Notch reagierte im Meßla-
bor schnell und fand auch schwache Träger;
die Wirkung im Praxistest war aber erheblich
geringer. Der Noise Blanker hingegen funk-
tioniert gut. Die Noise Reduction verbessert
die Qualität des Signals, deshalb könnte man
diese Funktion auch immer eingeschaltet las-
sen. Schwache CW-Signale, die jenseits der
Filterbandbreite liegen und als sehr hohe Tö-
ne zu hören sind, werden durch die Noise
Reduction eliminiert. Die Funktionen Notch
und Noise Reduction sind nur bei eingebau-
tem DSP-Filter verfügbar.
P6
P5b
GERÄTETEST
–136,8 dB
CQ DL 4/99 285
Kenn-
zeichen
Emp
Art Meßwert
KW BemerkungenMeßwert
70 cm
Meßwert
2 m
Meßwert
6 m
E1 Rauschmaß 11,5 dB ohne Vorverstärker–––
E1 Rauschmaß 6,6 dB mit Vorverstärker4,8 dB3,4 dB5,9 dB
E2 Rauschflur –128,8 dB SNR = 3 dB–136,9 dB–135,1 dB
E3 Empfindlichkeit –119,9 dBm SNR = 10 dB–127,2 dBm–127,7 dBm–125,9 dBm
E4a Übersteuerung 0dBm angenommen, da Übersteuerung nicht erreicht wird0 dBm0 dBm0dBm
E4b Regeleinsatz
Regelumfang
–103 dBm
103 dB
für 6 dB NF-Abfall
ergibt sich aus E4a–E4b
–120,5 dBm
120,5 dB
–121,4 dBm
121,4 dB
115,1 dBm
115,1 dB
E5 S-Meter-Kennlinie Bild E5 Bild E5Bild E5Bild E5
E6a IM-freier Dynamikbereich
zweiter Ordnung
Interzeptpunkt zweiter Ordnung
(bezogen auf den Empfängereingang)
86,8 dB
44,8 dBm
IMD2= PS–PN= –42 dBm – (–128,8 dBm) = 86,8 dB
IPE
2
=2⫻IMD
2
+P
N
=2⫻86,8dB +(–128,8 dBm) = 44,8 dBm
–
–
–
–
–
–
E6b IM-freier Dynamikbereich
dritter Ordnung
Interzeptpunkt dritter Ordnung
(bezogen auf den Empfängereingang
82,8 dB
–4,6 dBm
IMD
3
=P
S
–P
N
= –46 dBm – (–128,8 dBm) = 82,8 (für KW)
IPE3= 1,5 ⫻IMD3+ PN= 1,5 ⫻82,8 dB + (–128,8 dBm)
= 4,6 dBm (für KW)
87,9 dB
–5,05 dBm
89,8 dB
–2,1 dBm
77,1 dB
–19,45 dBm
E7 Blockingdynamikbereich 100 dB Pegel – PN= –29 dBm – (–128,8 dBm) = 99,8 (für KW)
91 dB93 dB98 dB
E8 Shapefaktor 2,65
3,66
1,62
SSB/CW-Bandbreite 6 dB = 2,6 kHz
SSB/CW-Bandbreite 60 dB = 6,9 kHz
CWN-Bandbreite 6 dB = 0,6 kHz
CWN-Bandbreite 60 dB = 2,2 kHz
FM-Bandbreite 6 dB = 16,2 kHz
FM-Bandbreite 60 dB = 26,2 kHz
(siehe auch Bild 11)
E9 Unterdrückung v. Nebenempfangsstellen
Unterdrückung der 1. ZF
Unterdrückung der 2. ZF
1. Spiegelfrequenzunterdrückung
艐85 dB
alle deutlich unter S1
nicht hörbar
nicht hörbar
E10 Eigenempfangsstellen Afu-Bänder völlig frei, bei 1. ZF soeben hörbar
E11 NF-Frequenzgang
Sperrtiefe Notchfilter 50 dB
Bild E11, NF-Bandbreite (bei –3 dB):
SSB/CW: 1,73 kHz, CW schmal: 0,47 kHz
E12 NF-Ausgangsleistung 2,2 W an 8 ⍀bei 10 % Klirrfaktor
E13 Stromaufnahme 1,34 A
1,54 A min. Lautstärke
max. Lautstärke
E14 Klirrfaktor 1,2 % bei 0,22 W
E15 AGC-Zeitkonstanten 2,5 ms
115 ms
2,2 ms
3,8 ms
Fast: 10 V 10 mV
Fast: 10 mV 10 V
Slow: 10 V 10 mV
Slow: 10 mV 10 V
Empfängerdaten IC-706 MK II G Erläuterungen siehe CQ DL 11/98, S. 861, oder www.darc.de/cqdl/service
Empfängerdaten IC-706 MK II G Erläuterungen siehe CQ DL 11/98, S. 861
Bemerkungen
in 11 Stufen einstellbar
Dämpfung der Nebenaussendungen (Bild S3, nur KW)
bezogen auf Doppeltöne 500 Hz und 2200 Hz
(Bild S4, nur KW)
bei 1 kHz NF
Bei Fehlanpassung (SWR = 3)
Leistungsrückgang um bis zu 15 dB
Bandbreite ca. 870 Hz bei –40 dB,
bei Full-BK Gegenstation einwandfrei hörbar
ca. 2,4 kHz/–3 dB
Meßwert
70 cm
–67 dBc
48 dB
57 dB
nicht
geprüft
wie KW
wie KW
Meßwert
2 m
–60 dBc
45 dB
57 dB
nicht
geprüft
wie KW
wie KW
nicht
geprüft
wie KW
wie KW
Bild S7
Bild S6
Verhalten des Senders
bei Fehlanpassung
Clickspektrum bei CW
(Tastverhalten bei CW)
Senderfrequenzgang
S8
S7
S6
51 dB
57 dB
55 dB
57 dB
Träger-Unterdrückung
Seitenband-Unterdrückung
S5
IM-DämpfungS4
–65 dBc–68,5 dBcSpektrale ReinheitS3
RegelumfangS2
Tabelle S1SendeleistungS1
Meßwert
6 m
Meßwert
KW
ArtKenn-
zeichen
Emp
Senderdaten IC-706 MK II G
–22 dB –21 dB –18 dB –22 dB

GERÄTETEST
286 CQ DL 4/99
Selektivität, Steilheit der Filterflanken
Der subjektive Eindruck der Selektivität ist
gut. Als hörbare Filterbandbreiten wurden im
Betrieb für CW-Wide und SSB rund 3 kHz
P7
Schalter-
stellung KW 6m 2m 70 cm
High 105 W/17,5 A 100 W/17 A 49 W/12 A 19 W/10,1 A
Low 2,8 W/5,6 A Stromaufnahme bei 0 W HF: 4,35 A
Stufe 1 5,9W/6,6 A Stromaufnahme bei 0 W HF: 4,35 A
Tabelle S1: Gemessene HF-Ausgangsleistung
sowie für CW-Narrow mit eingebautem 500-
Hz-Filter rund 1 kHz ermittelt.
Funktion der AGC
Knackgeräusche, die auf eine unzulängliche
Regelung der AGC hindeuten, konnten in
SSB und CW nicht festgestellt werden.
Neuerungen gegenüber
dem IC-706 MK II
Die Änderung, die zuerst auffällt, ist der neue
Frequenzbereich 70 cm mit 20 W Sendelei-
stung. Für den Einsatz beim Fieldday oder im
Auto sind die jetzt hintergrundbeleuchteten
Tasten mehr als nur hilfreich. Es gibt aber
auch Neuerungen, die man nicht auf den er-
sten Blick bemerkt.
Dazu gehört die Möglichkeit, mit 9600 Baud
Packet Radio machen zu können, was wir
aber nicht getestet haben. An der Gerä-
terückseite ist dafür bereits eine Buchse vor-
gesehen.
Eine weitere, sehr schöne Funktion ist die
näherungsweise SWR-Übersicht in einem
Frequenzbereich. Man bekommt damit in ei-
ner vorher gewählten Schrittweite eine Über-
sicht über die Resonanz der Antenne. Die
Grafik bleibt im Display erhalten, mit einem
kleinen blinkenden Segment sieht man, ob
man sich in einem kritischen SWR-Bereich
bewegt und die Antenne neu abstimmen
muß.
In der Praxis
Der IC-706MKIIG ist sehr kompakt, dadurch
liegt es nahe, ihn für Fielddays zu nutzen oder
auf Reisen mitzunehmen. Die Maße: 167 mm
× 58 mm × 200 mm (Breite × Höhe × Tiefe).
P8
Man benötigt nur noch ein Gerät und ist für
alle gängigen Amateurfunkbänder gerüstet.
Für den Einsatz im Auto kann das Display ab-
genommen werden. Ein Verbindungskabel
gibt es als Zubehör.
Beim Auspacken des Gerätes fällt ein
schwarzer „Kasten“ im Stromversorgungska-
bel auf. Es ist ein EMI-Filter.
Für das Mikrofon mit Western-Stecker gibt es
zwei Anschlußmöglichkeiten. Wer lieber den
üblichen Mikrofonstecker haben möchte,
kann bei Icom dafür einen Adapter kaufen.
Mit einem Empfangsbereich von 30 kHz...
200 MHz sowie 400...470 MHz kann man
MW- und UKW-Rundfunk (mit Wide-FM)
hören. Der FM-Spitzenhub beträgt bei voller
Ansteuerung rund 5 kHz. Man könnte den
IC-706MKIIG schon fast als Scanner bezei-
chen; er hat dazu auch verschiedene Scan-
Funktionen.
Wenn man beim schnellen „übers-Band-dre-
hen“ die Bandgrenzen überschreitet, wird
man mit einem Ton darauf hingewiesen. Der
IC-706MKIIG sendet nur innerhalb der Ama-
teurbänder.
Zum Anschluß der Antennen stehen zwei
SO239-Buchsen („PL-Norm“) zur Verfügung,
eine für KW und 6 m sowie eine für 2 m und
70 cm.
Das 500-Hz-CW-Filter ist für Telegrafisten
empfehlenswert, wir haben es nachträglich
eingebaut. Der Einbau macht keine Proble-
me, man muß nur die Gehäuseoberseite öff-
nen und das Filter einstecken. Der Einbau des
DSP-Filters verlangt dazu im Gegensatz
schon ein beträchtliches Maß an Fingerspit-
zengefühl, da es im Geräteinneren sehr eng
ist.
Ein Keyer ist bereits im Gerät integriert. Die
Morsetaste wird über eine 6,3-mm-Klinken-
buchse an der Rückseite angeschlossen.
Auch ein externer Lautsprecher kann benutzt
werden. Mit einem Schalter an der Rückseite
des abnehmbaren Bedienteils kann man bei
Kopfhörerbetrieb den internen Lautsprecher
abschalten.
Wenn man vielgenutzte Frequenzen abspei-
chern möchte, stehen dafür 100 Speicher zur
Verfügung. Beim Speichern der Frequenz
Bild S6: Sender-Frequenzgang Bild S7: Clickspektrum (oder Tastverhalten bei CW)
Bild E5: S-Meter-Linearität
KW

werden alle anderen Einstellungen mitabge-
speichert. Das heißt, wenn man auf 40 m im-
mer mit Abschwächer arbeiten will, kann
man auch dies speichern. Zusätzlich zu den
100 Speichern gibt es noch fünf Schnellspei-
cher, die im Menü der Grundeinstellungen
auf zehn erhöht werden können.
Weitere Eigenschaften
Eine Vox ist im Gerät integriert. Für CW gibt
es den Reverse-Mode, der aber mittlerweile
in wohl allen neueren Geräten vorhanden ist.
Die Sendeleistung ist stufenlos von 5...100 W
regelbar, sie wird im Display in elf Stufen an-
gezeigt. Damit ist der Transceiver QRP-taug-
lich.
Auch dieser Transceiver von Icom kann über
eine RS-232C-Schnittstelle ferngesteuert
werden. Es muß lediglich die Geräteadresse
im Programm geändert werden. Damit kann
der IC-706MKIIG von fast allen gängigen
Fernsteuer-, Logbuch- und Contestprogram-
men angesteuert werden.
Als Adapter gibt es von Icom als Zubehör das
Interface CT-17. Man kann auch einen pas-
GERÄTETEST
CQ DL 4/99 287
Bild E11: NF-Frequenzgang
––33ddBB
––33ddBB
Bild E11: Noise Reduction
Mit Noise Reduction steigt der Signal-
Rausch-Abstand von 3 dB auf 5 dB.
Der Effekt scheint stärker, da die Laut-
stärke beim Einschalten der Noise Re-
duction zurückgeht
senden Apapter selber bauen (CQ DL 10/90,
S. 634), aber bitte beachten Sie die Garantie-
bedingungen!
Je nach Einstellung dient die S-Meter-Anzei-
ge beim Sendebetrieb als SWR-Meter, Anzei-
ge der Sendeleistung oder ALC-Meter.
Mit der Scope-Funktion kann man sich für ei-
nen Bandausschnitt die Belegung anzeigen
lassen, die Schrittweite ist von 0,5 kHz bis
100 kHz einstellbar. Die Grafik bleibt bei
anschließender Frequenzveränderung im
Display, so daß man hiermit auch Stationen
„finden“ kann.
Sprachausgabe
Ein nützliches Zubehör nicht nur für blinde
OMs ist der Sprachsynthesizer UT-102, der
außer der Frequenz noch den Mode und
beim Empfang den S-Meter-Wert, leider nur
in Englisch oder Japanisch, ausgibt.
Das Innenleben des IC-706MKIIG: Von beiden Seiten ist zu erkennen, daß er vollgepackt
ist – es sind ja vier Transceiver Fotos: DH9JS
Rauschzahl
oder Rauschmaß
In der englischsprachigen Literatur werden
die Größen, die das Rauschen einer Schal-
tung bzw. einer Schaltungskette charakteri-
sieren, mit noise factor (Rauschfaktor), noise
figure (Rauschzahl) und noise measure
(Rauschmaß) bezeichnet. Die analogen
deutschen Begriffe findet man in der aktuel-
len Literatur und vielen Hochschullehr-
büchern wieder.
Im Gegensatz zur noise figure, dem lo-
garithmierten noise factor, müssen laut
DIN5493-2 in Deutschland jedoch logarith-
mische Größen als „Maß“ bezeichnet wer-
den. Das heißt, der logarithmierte Rausch-
faktor wird also nicht mit Rauschzahl, son-
dern mit Rauschmaß beschrieben.
Diese Richtlinie ist für die deutsche Indu-
strie verbindlich (obwohl sich nicht alle Fir-
men danach richten!) und für uns Anlaß,
künftig den Begriff Rauschmaß zu verwen-
den (s. E1).
Auswirkung der
Intermodulationsentstehung
in der Praxis
Intermodulationsprodukte sind Störungen,
die auch in einem guten, modernen Emp-
fänger entstehen und je nach dessen Qua-
lität mehr oder weniger dazu beitragen, z. B.
den Betrieb auf dicht belegten Bändern zu
beeinträchtigen.
Die Eigenschaften eines Empfängers, solche
Intermodulationsstörungen zu vermeiden,
werden durch die Angaben der intermodu-
lationsfreien Dynamikbereiche und der In-
terzeptpunkte beschrieben. Aus Erfahrung
weiß man, daß der Empfänger um so besser
ist, je höher die angegebenen Zahlenwerte
sind. Diese Zahlenwerte sind aber wenig
anschaulich. Um die Auswirkungen konkre-
ter Störsignale anschaulicher darzustellen,
wollen wir in Zukunft unser Meßprogramm
erweitern:
Sowohl bei der Messung der Intermodula-
tionsprodukte 2. Ordnung als auch 3. Ord-
nung werden nach der Bestimmung der IM-
freien Dynamikbereiche die Pegel der Meß-
generatoren so weit erhöht, daß sie die
Größe üblicher – auch in der Praxis auf den
Bändern vorhandener – starker Rundfunk-
signale annehmen. Dann werden die ent-
standenen Intermodulationsstörungen in
S-Werten angegeben. So läßt sich auf einen
Blick erkennen und vergleichen, welcher
Empfänger an einer breitbandigen Antenne
die besseren Großsignaleigenschaften, also
die jeweils geringsten Störanzeigen auf-
weist.
Die Stärke der Störsignale wird dabei auf
S9+50 dB (–23 dBm) festgelegt. Ein guter
Empfänger mit üblicher Empfindlichkeit und
beispielsweise einem Eingangsinterzept-
punkt 3. Ordnung von + 30 dBm zeigt mit
diesen Störpegeln lediglich Intermodula-
tionsprodukte, die gerade eben im Rau-
schen zu erkennen sind
HH
HHii
iinn
nnww
wwee
eeii
iiss
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GG
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ll
CQ DL 11/98,
S. 861

GERÄTETEST
288 CQ DL 4/99
UU
UUKK
KKWW
WW--
--GG
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UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW
UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW UKW
6m
2m
70 cm
⫺⫺⫹⫹
Rauschmaß, mit Vorverstärker
10 dB 3 dB
6m
2m
70 cm
⫺⫺⫹⫹
Regelumfang
80 dB
80 dB
120 dB
6m
2m
70 cm
⫺⫺⫹⫹
IM-freier Dynamikbereich 3. Ordnung
115,1 dB
5,9 dB
3,4 dB
4,8 dB
121,4 dB
120,5 dB
77,1 dB
89,8 dB
87,9 dB
95 dB
6m
2m
70 cm
⫺⫺⫹⫹
Interzeptpunkt 3. Ordnung
–5 dBm +10 dBm
⫺⫺⫹⫹
Blockingdynamikbereich
80 dB 110 dB
⫺⫺⫹⫹
IM-Abstand bez. auf Doppeltöne
14 dB 34 dB
⫺⫺⫹⫹
Nebenaussendungen
–50 dBc –70 dBc
–19,45 dBm
–2,1 dBm
–5,05 dBm
EE
EEmm
mmpp
ppff
ffää
äänn
nngg
ggee
eerr
rr
SS
SSee
eenn
nndd
ddee
eerr
rr
6m
98 dB
2m
93 dB
91 dB
70 cm
21 dB
6m
18 dB
2m
22 dB
70 cm
–65 dBc
6m
–60 dBc
2m
–67 dBc
70 cm
Fazit
Das Gerät ist sehr kompakt, wenn man be-
denkt, daß in diesem kleinen Gehäuse ei-
gentlich vier Transceiver enthalten sind.
Wenn man in den Abendstunden oberhalb
7 MHz DX-Signale einwandfrei empfangen
will, kommt man zur Unterdrückung der IM-
Produke 2. Ordnung kaum um einen vor-
geschalteten Hochpaß herum. Der Ab-
schwächer bietet hier keine Lösung, weil da-
mit die Grenzempfindlichkeit um 20 dB ver-
schlechtert wird. Den Folgen des mäßigen
Interzeptpunktes 3. Ordnung kann man auf
40 m nur durch einen schmalbandigen Pre-
selektor oder einer Verbesserung des Emp-
fängers entgehen.
Der Transceiver wird bereits im Empfangsbe-
trieb sehr warm, der Lüfter geht beim Senden
nach Bedarf an.
Der IC-706MKIIG ist wohl das richtige
Gerät, das man gerne mit auf den Fieldday
oder in den Urlaub nimmt. Überzeugend ist
auch die gute Verarbeitung. Details, wie die
beleuchteten Tasten und das abnehmbare
Frontteil runden das vielseitige Gerät ab.
Der empfohlene Verkaufspreis beträgt laut
Icom 2898 DM. Das DSP-Filter UT-106 ko-
stet 225 DM, das CW-Filter FL-100 138 DM,
der Sprachsynthesizer UT-102 81 DM und
das Interface CT-17 kostet 212 DM.
Eine Bedienungsanleitung gibt es in Englisch
und Deutsch.
Die Seriennummer des Testgerätes ist
01145.
KK
KKWW
WW--
--GG
GGee
eerr
rrää
äätt
ttee
eebb
bbaa
aarr
rroo
oomm
mmee
eett
ttee
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rr
EE
EEmm
mmpp
ppff
ffää
äänn
nngg
ggee
eerr
rr
KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW
KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW KW
⫺⫺⫹⫹
Rauschmaß, mit Vorverstärker
16 dB 8 dB
SS
SSee
eenn
nndd
ddee
eerr
rr
⫺⫺⫹⫹
IM-Abstand bez. auf Doppeltöne
14 dB 34 dB
8,3 dB
⫺⫺⫹⫹
Regelumfang
80 dB 120 dB
117 dB
⫺⫺⫹⫹
IM-freier Bereich 3. Ordnung
80 dB 110 dB
93,2 dB
⫺⫺⫹⫹
Interzeptpunkt 3. Ordnung
5 dBm 35 dBm
⫺⫺⫹⫹
Blockingdynamikbereich
90 dB 130 dB
100,6 dB
⫺⫺⫹⫹
Shape-Faktor
3 1,5
1,76
24 dB
⫺⫺⫹⫹
Nebenaussendungen
–50 dBc –70 dBc
–61 dBc
Wir baten Jorge Peralta von
Icom (Europe) GmbH
um eine Stellungnahme – d. Red.
Für einen Transceiver der Mobil- und
Multibandklasse werden in den Grundla-
gen des CQ DL-Gerätetests hohe Ober-
und Untergrenzen festgelegt, denen –
unserer Meinung nach – eher Feststatio-
nen gerecht werden können, jedoch
wirkliche Vergleiche bei unterschiedli-
chen Gerätekonzepten nicht möglich
sind.
Der Test zeigt jedoch grundsätzlich auf,
daß der IC-706MKIIG auf KW und 6 m
sehr empfindlich ist. Laut Ihrem Grundla-
genartikel werden die Messungen mit
ausgeschaltetem Abschwächer durchge-
führt. In der Praxis zeigt sich aber, daß
bereits durch Zuschalten einer 6-dB-
Dämpfung der IP3 um ca. das Zweifache
erhöht wird und die Empfindlichkeit im
Bereich einer Feststation liegt.
Es wird sich zeigen müssen, ob die Meß-
grundlagen Ihres Gerätetests tatsächlich
auf eine Geräteklasse anwendbar sind,
die Sie als „Alleskönner“ bezeichnen. Für
das Gerätekonzept liegen Ihre Testwerte
für 2 m/70 cm über, die für KW/6 m im
zu erwartenden Bereich. Anlaß soll es für
uns trotzdem sein, vergleichbare Geräte
– unter Anwendung Ihrer Meßkriterien –
zusammen mit dem IC-706MKIIG auf
unserem Prüfstand zu schicken. Analog
werden wir die Meßergebnisse mit
Ihrem Referenzgerät vergleichen.
8,9 dBm
Oberhalb 30 MHz wurde mit ein-
geschaltetem Vorverstärker gemes-
sen, da Monobandgeräte in diesen
Frequenzbereichen den VV fest
integriert haben (nicht schaltbar)
!
䊝䊝Großer Rx-Bereich
䊝䊝Sehr kompakt
䊝䊝Sprachsynthesizer als Zubehör
䊝䊝Fernsteuerbar
䊞䊞Wird bereits im Empfangsbetrieb sehr
warm
䊞䊞Mäßiger Interzeptpunkt 3. Ordnung
䊞䊞Sendeleistung nur umständlich einstell-
bar
䊞䊞Automatische Notch zeigt nicht immer
Wirkung
Plus/Minus
Funkgeräte getestet
Hersteller Typ Ausgabe Seite
Alinco DJ-C5E
*
9/98 691
Alinco DJ-G5E 3/97 187
Alinco DR-150E 9/95 658
Alinco DX-77 3/99 224
Denpa MZ-22 7/95 501
Icom IC-2000H 11/95 807
Icom IC-706MKIIG 4/99 284
Icom IC-756 2/97 107
Icom IC-W32E 3/97 187
Icom IC-Z1E 3/95 178
Kachina 505DSP (1) 5/98 383
Kachina 505DSP (2) 6/98 466
Kenwood TH-79E 3/97 187
Kenwood TS-570D 5/97 369
Kenwood TS-870S 12/95 892
Oak Hills Research OHR-400 4/96 268
Sony ICF-SW1000T 7/96 542
Sony ICF-SW100E 7/96 542
Stabo SA2000
*)
9/98 691
Standard C-508 3/97 187
Standard C-568 3/97 187
Ten-Tec Omni VI, Model 563 3/95 186
Yaesu FT-1000MP 6/96 441
Yaesu FT-50R 7/97 521
Yaesu FT-51R 7/97 521
Yaesu FT-920/FM 11/98 864
Yaesu FT-990 1/95 17
*)
Praxiskurztest (Tests ab 1995)